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Rennleiter Uli Stanciu
Interview zur Jeantex-TOUR-Transalp 2010
Frage: Uli, was ist das Besondere an der neuen Strecke für die JTT‐2010?
Uli Stanciu: Fangen wir am Anfang an – der neue Startort Mittenwald. Der bewährte Startort der Bike Transalp kommt dieses Jahr zum Zuge, da in Oberammergau ja 2010 die Passionsspiele stattfinden, mit vielen zehntausend Besuchern.
Frage: Was bedeutet das für die Strecke?
Uli Stanciu: Oh, eigentlich bin ich froh, dass wir jetzt nach sieben Jahren mal nicht über das Hahntennjoch starten. Von Mittenwald geht es durch die wunderschöne Leutasch, dann hinab ins Inntal nach Telfs und schließlich über den ersten schweren Pass, die Kühtai auf 2000 Meter Höhe ins Ötztal und nach Sölden auf der Strecke des bekannten Ötztaler Marathon.
Frage: In Sölden waren wir ja schon öfter, ein bewährt guter Etappenort…
Uli Stanciu: … Richtig und das Tor zum höchsten Pass der Tour dem Timmelsjoch mit 2509 Metern Höhe. Dann – wie auch schon in vergangenen Jahren – über den Jaufenpass nach Sterzing und weiter über die alte Brenner Bundesstraße nach Brixen. Vorher machen wir noch den Abstecher über Schabs. Da geht es nochmal kurz und knackig bergauf. Ich weiß schon, dass da eine Menge Teilnehmer wieder stöhnen werden. Aber es ist die einzige Möglichkeit, ins Zentrum von Brixen auf den wunderschönen Domplatz zu gelangen, ohne die sehr verkehrsreiche Hauptstraße zu benutzen.
Frage: Und dann geht es in die Dolomiten…?
Uli Stanciu: Oh ja, eine Traumstrecke. Zuerst fahren wir über das Würzjoch mit seinem Superpanorama zu den Geislerspitzen und zum Peitlerkofel. Diese Mal nehmen wir zum Würzjoch eine etwas andere Strecke über Lüsen. Das ist eine ganz einsame und schmale Asphaltstraße, etwas kürzer, aber auch etwas steiler. Überhaupt ist dies die Etappe der steilen Rampen – später fahren wir ja um den Kronplatz herum über den Furkelpass nach St.Vigil. Der Furkelpass hat ein paar ganz fiese Rampen mit bis zu 16 Prozent Steigung. Da braucht man ein Rentnerblatt oder zumindest ein 30er Ritzel. Auch die Abfahrt nach St.Vigil ist nicht ohne – zum Teil sehr enge Serpentinen. Da werde ich beim Briefing sicher wieder ganz intensiv mein Sprüchlein zu Sicherheit und vernünftigem Fahren bringen.
Frage:St.Vigil war doch immer einer der beliebtesten Etappenorte, oder?
Uli Stanciu: Ja, der kleine, hübsche Ort ist seit Anfang an dabei und die Gastfreundschaft und das Essen dort sind vorbildlich. Am nächsten Tag kommt dann die Königsetappe nach Alleghe – durch das Herz der schönsten Dolomiten…
Frage: Königsetappe, was bedeutet das?
Uli Stanciu: Es ist die längste und schwerste Etappe dieser Jeantex Tour Transalp: Zwar nur knapp 130 Kilometer lang – da hatten wir im letzten Jahr schon was viel längeres – aber fünf Pässe und 3449 Höhenmeter sind schon eine harte Aufgabe. Zur Entschädigung bekommen die Teilnehmer aber das schönste Panorama, das man sich vorstellen kann. Dolomiten pur, gigantische Felsmassive, eine Augenweide. Wir fahren ja dieses Mal drei Viertel der berühmten Sella Ronda, erst das Grödnerjoch, dann das Sellajoch, schließlich den Passo Pordoi. Und dann setzen wir noch einen drauf – erst den Falzarego Richtung Cortina und zum Schluss den schönsten, den Passo Giau. Mehr Dolomiten an einem Tag geht nicht.
Frage: Wir erreichen dann Alleghe…
Uli Stanciu: … ja, ein sehr netter Ort an einem kleinen See unterhalb der majestätischen Civetta, einem unglaublich schönen Dolomiten‐Massiv. Auch hier werden wir erfahrungsgemäß hervorragend bewirtet. Am nächsten Tag geht es dann weiter nach Kaltern – über den Passo San Pellegrino und den Karerpass. Zum Schluss nehmen wir dann noch den Kreither Sattel, den die Rennradfahrer
Südtirols auch Coyotenpass genannt haben…
Frage: Warum?
Uli Stanciu: Wer über die 150 Höhenmeter kurze, aber fast 19 Prozent steile Rampe am Schluss einer so schweren Etappe hoch muss, der heult wie ein Coyote…
Frage: Von Kaltern geht es dann zum ersten Mal nach Trento?
Uli Stanciu: Auch Kaltern ist ein Top‐Etappenort, die Stimmung am Abend in der Weinkellerei ist immer toll. Ja und dann fahren wir über eine neue Strecke hinüber nach Neumarkt und rauf nach Truden. Auch das ist ein steiles Teil. Da wird einem klar, dass die diesjährige Tour Transalp insgesamt mit 776 Kilometern zwar relativ kurz ist, aber mit 19928 wohl die meisten Höhenmeter in der bisherigen Geschichte hat. Dann geht es ins Fleimstal nach Molina und über den einsamen Manghenpass und durchs Val Sugana nach Trento.
Frage: Das ist neu, in Trento waren wir noch nie…
Uli Stanciu: … umso größer wird – glaube ich ‐ die Überraschung. Die Piazza Duomo in Trento ist fantastisch. Das ist Italien, wunderschönes mittelalterliches Ambiente. Das wird sicher ein toller Abend in den hübschen Straßencafes. Aber auch die letzte Etappe nach Arco hat etwas ganz Besonderes, wir fahren über den Monte Bondone, den markanten Berg mit der großen Sendeanlage auf dem Gipfel, den man von der Autobahn aus bei Trento sehr gut sieht. An genau dem Samstag findet hier nämlich das große Autorennen „Trento – Bondone“ statt. Deshalb wird diese Bergstraße den ganzen Tag für den Verkehr gesperrt. Da das Autorennen erst um 11 Uhr startet, können wir die 1400 Höhenmeter vorher über die komplett gesperrte Straße fahren. Vermutlich werden da schon sehr viele Zuschauer stehen, die uns natürlich auch beklatschen. Allerdings müssen wir in Trento schon um 8:15 Uhr starten, damit das Autorennen nicht die letzten unseres Feldes einholt.
Frage: Das ist aber früh…
Uli Stanciu: Na ja, aber dann sind wir auch früh in Arco und haben umso mehr Zeit für die große Siegesfeier.
http://www.tour-transalp.de/download/interview/JTT-2010_interview.pdf
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